Backup | Datensicherung | Sicherungsstrategie | VM-Backup

Backup und Datensicherung

Backups sind sogenannte Sicherungskopien die durch das Kopieren von Dateien, Ordnern oder Programmen erstellt werden. Sie dienen der Datenwiederherstellung der Ursprünglichen Daten im Falle eines Datenverlustes (bspw.: Defekt des Original Datenträgers) oder bei Datenbeschädigung (bspw. Einzelne Daten auf dem Original Datenträger sind nicht mehr lesbar oder ausführbar).

Auf diesem Wege schützen Sie Ihre Daten davor verloren zu gehen und erhöhen somit Ihre Unternehmensinterne Datensicherheit.

Welche Methoden der Sicherung, die Häufigkeit, oder welche Speichermedien dabei zum Einsatz kommen ist abhängig von der Nutzungshäufigkeit und Aktualität der gesicherten Daten.

Zu beachten ist dabei das vorhandene Sicherungen Regelmäßig auf Funktionalität geprüft werden müssen. Damit eine eventuell nötige Datenwiederherstellung (engl. Restore) auch reibungslos von statten geht.

Welche Speichermedien oder Backup Arten eingesetzt werden ist von Fall zu Fall verschieden. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über verschiedene Möglichkeiten der Datensicherung und was dabei zu beachten ist.

Checklist:

  • Umsetzung oder „Wohin mit der Sicherung?“
  • Dokumentation oder „Was wurde eigentlich gemacht?“
  • Gesetzeslage oder „Welche Verordnungen und Regelungen muss ich beachten?“
  • Sicherungsarten oder „Wie sichere ich meine Daten?“
  • Backupstrategien oder „Wieviele Sicherungen brauche ich und wie aktuell sollten sie sein?“
  • Sicherung von Echtzeitanwendungen „Wie sicher ich meine Datenbanken?“

Die oben genannten Punkte führen dann zu einer passenden Datensicherungsstrategie. Diese liefert aber nicht nur für die obigen Fragen eine Antwort sondern führt noch etwas weiter.

In einer Datensicherungsstrategie sollte zumindest das folgende festgelegt werden:

  • Wie erfolgt die Datensicherung?
  • Wer ist für Die Datensicherung verantwortlich?
  • Wann werden Datensicherungen durchgeführt?
  • Welche Daten sollen gesichert werden?
  • Welches Speichermedium kommt dabei zum Einsatz?
  • Wo wird die Datensicherung verwahrt?
  • Wie ist die Datensicherung vor Datendiebstahl gesichert?
  • Wie lange sind Datensicherungen aufzubewahren?
  • Wann und Wie werden Datensicherungen auf Wiederherstellbarkeit geprüft?

Es sind natürlich noch einige Punkte mehr zu beachten und abzuwägen, doch dazu später mehr.

Umsetzung der Datensicherung

Datensicherungen sollten örtlich entfernt und entsprechend gesichert von der betroffenen EDV-Anlage erfolgen.

Im privaten Bereich bieten sich externe Festplatten an diese sind in den meisten Fällen auch ausreichend. Durch die simple Handhabung und den geringen Transportaufwand kann so zumindest die entfernte Aufbewahrung gewährleistet werden.

Kleinere Unternehmen können zur Lagerung von Sicherungen zwar durchaus auf Bankschließfächer zurückgreifen, allerdings sind hier die durch die Öffnungszeiten der Bank beschränkten Zugriffszeiten auf die Sicherungen zu beachten. Online-Datensicherungen bieten daher eine Alternative dazu, denn sie finden außer Haus statt. Die Daten werden zumeist in einem Rechenzentrum gesichert. Darüber hinaus kann jederzeit auf die Sicherungen zugegriffen werden. Allerdings muss aber beachtet werden dass der Transfer der Daten entsprechend gesichert erfolgt. Des Weiteren sollte der externe Dienstleister keinen Zugriff auf die eigentlichen Daten haben.

Größere Unternehmen können darüber hinaus auch auf spezielle Safes und gesicherte Räumlichkeiten zurückgreifen (sogenannte Zellen) dort kann Beispielsweise die Tape-Library (Bandbibliothek) feuersicher gelagert werden. Ebenso können die Daten auch auf verschiedene Rechenzentren oder Standorte verteilt werden.

Gesetzeslage in Deutschland

Die gesetzlichen Vorschriften des HGB regeln die Pflicht zur Datensicherung in Betrieben. Dieses enthält die Reglementierungen einer ordnungsgemäßen, nachvollziehbaren und revisionssicheren Buchführung. Die kurzfristige Aufbewahrung (zwischen einem Tag bis maximal 6 Monaten) unterscheidet sich von langfristiger Datenarchivierung, da diese anderen Gesetzmäßigkeiten unterliegt. Das Bundesfinanzministerium hat im Januar 2002 Die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU) zusammengefasst und herausgegeben. Diese sind für Unternehmen verbindlich.

Dokumentation der Datensicherung

Es ist bei der Datensicherung eminent wichtig eine adäquate Dokumentation zu führen. Von dieser kann unter Umständen Erfolg, Dauer und Geschwindigkeit der Datensicherung sowie der Wiederherstellung abhängen.

Folgendes sollte in der Dokumentation enthalten sein:

  • Sicherungsablauf
  • Archivierungsaufbau
  • Zu treffende (Sofort-)Maßnahmen
  • Kompetenzen der Beteiligten (Mitarbeiter und Dienstleister)
  • Prioritätsregelungen für besonders zeitkritische Systeme und Daten

Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist, für Sicherung und Wiederherstellung, die Dokumentation entsprechend getrennt jeweils in einem Sicherungs- und Wiederherstellungsplan zu führen.

Sicherungsarten

Abhängig vom Veränderungsgrad der Daten, die bei einem spezifischen Sicherungsvorgang gesichert werden sollen, können verschiedene Arten der Sicherung eingesetzt werden. Die einzelnen Sicherungsarten unterteilen sich jeweils in Volldatensicherung, inkrementeller und Differenzieller Sicherung oder sie sind ein Derivat daraus. Sowohl Inkrementelle als auch Differenzielle Sicherungen setzen eine mindestens einmalig ausgeführte Volldatensicherung voraus. Im Zuge einer gewöhnlichen Datensicherung werden Dateien und/oder Verzeichnisse ausgewählt und gesichert. Es besteht auch die Option lediglich ausgewählte Dateiformate zu sichern. Auf der anderen Seite können auch ganze Datenträger oder einzelne Partitionen als Abbild (oder Image) gesichert werden. In allen Anwendungsfällen besteht die Möglichkeit einzelne Teile aus einem Sicherungssatz.

Sicherungen werden unterschieden in:

File Backup (oder Sicherungskopie)

Hierbei handelt es sich um die simpelste Form der Datensicherung. Die gewünschten Dateien und Ordner werden einfach auf einen anderen Datenträger kopiert. Auf diesem Wege wird eine Datenredundanz gewährleistet. Die Durchführung dieser Art der Datensicherung kann sowohl manuell als auch automatisiert durchgeführt werden. Auf manuellem Wege werden die gewünschten Daten händisch ausgewählt und auf den Zieldatenträger der Sicherung kopiert. Komfortabler ist allerdings eine automatisierte Lösung. Hierzu gibt es auf dem freien Markt eine Vielzahl von Softwarelösungen. Diese sind entweder proprietär, Lizenzfrei oder Gratis zu erwerben. Mittels dieser Programme können dann einmalig die gewünschten Daten ausgewählt werden, der Zeitintervall der Sicherung definiert und der Zielort der Sicherung definiert werden. Das Backupprogramm führt dann die entsprechenden Sicherungen anhand der definierten Parameter automatisch aus. Diese Art der Sicherung kann als Vollsicherung, Inkrementell oder Differenzielle Sicherung durchgeführt werden.

VM Backup

Bei einem VM Backup oder anders formuliert bei der Sicherung von vollständigen virtuellen Maschinen werden sowohl die virtuellen Festplatten als auch die Konfiguration der virtuellen Maschinen gesichert. Durch dieses Verfahren der Datensicherung kann zum einen gewährleistet werden dass die Dokumente, welche sich innerhalb der virtuellen Maschine befinden, im Einzelnen wiederhergestellt werden können. Zum anderen kann durch die Sicherung der Konfiguration auch der vollständige virtuelle Computer wiederhergestellt werden. Was im Falle eines physischen Serverausfalls aus zeitlichen Gründen sehr vorteilhaft ist.

Mit der richtigen Backupsoftware kann nahezu jeder Typ von VM gesichert werden, dies ist einer der Gründe warum sich die Sicherung von virtuellen Maschinen immer größerer Beliebtheit erfreut.

Komplett- / Vollsicherung

Diese Art der Sicherung wird auch Umgangssprachlich als „normale Sicherung“ bezeichnet. Es werden wie beim File Backup die zu sichernden Daten (Beispielsweise komplette Laufwerke, einzelne Partitionen einzelne Verzeichnisse, einzelne Dateien oder Dateiformate) ausgewählt und auf den Zieldatenträger kopiert. Diese Art kann im Gegensatz zum File Backup nicht inkrementell oder Differenziell durchgeführt werden.

Da das reine Kopieren der Daten ausreicht und somit technisch unkompliziert zu realisieren ist, kann dies durchaus als Vorteil genannt werden. Im Gegenzug ist der Hohe Speicherplatzbedarf durchaus als nachteilig zu werten.

Speicherabbildsicherung (Image Backup)

Mittels der Speicherabbildsicherung (oder Image Backup) kann ein Kompletter Datenträger (Festplatten, Flash Laufwerke, Optische Medien etc.) oder einzelne Partitionen als sogenanntes
1 zu 1 Abbild (Image Datei) gesichert werden. Im Gegensatz zum File Backup werden nicht nur Nutzdaten gesichert. Es wird ebenfalls das gesamte Dateisystem nebst Betriebssystem und Nutzereinstellung gesichert. Im Fall des Ausfalls des Originaldatenträgers lässt sich das Image auf einen Ersatzdatenträger zurückschreiben und somit der Ursprungszustand zum Sicherungszeitpunkt wiederherstellen. Dabei kann entweder das Dateisystem im Ursprungszustand wiederhergestellt werden, oder man liest das Dateisystem mittels eines Treibers aus und lässt die betroffenen Verzeichnisse in das Vorhandene Dateisystem zu integrieren oder die bestehenden Verzeichnisse ersetzen. (ähnlich einer Inkrementellen Sicherung).

Differenzielle Sicherung

Nach Erstellung einer ersten Vollsicherung können weitere Sicherungen differenziell durchgeführt werden.

Die differenzielle Sicherung sichert lediglich alle Daten die seit der letzten Komplettsicherung neu hinzugekommen oder geändert wurden. Es wird also auf die letzte Sicherung aufgesetzt. Im Gegensatz zu einer neuen Vollsicherung wird somit Speicherplatz und Zeit gespart.

Vorteile sind der geringere Speicherbedarf und die Aktualität der Sicherung. Ein weiterer Vorteil ist die Tatsache dass die einzelnen Sicherungsstände unabhängig voneinander gelöscht werden können.

Inkrementelle Sicherung

Nachdem eine erste Vollsicherung stattgefunden hat können weitere Sicherungen inkrementell erstellt werden. Ähnlich der differenziellen Sicherung werden auch hier lediglich seit der letzten Sicherung geänderte und neue Daten gesichert. Es also auf die letzte Sicherung aufgesetzt. Diese Sicherung hat den Nachteil dass im Falle einer Wiederherstellung die Daten im Regelfall aus mehreren Sicherungen wieder zusammen gesucht werden müssen. Mit Hilfe verschiedener Techniken (Datumsstempel, Prüfsummen etc.) muss gewährleistet werde dass die komplette Sicherungskette (Vollsicherung, alle inkrementellen Sicherungen und die Originaldaten) fehlerfrei nachvollziehbar ist.

Inkremente können auf zwei Arten gespeichert werden. Diese sind:

Forward deltas – Die Basis bildet eine Vollsicherung (diese wird nicht verändert).  Die Inkremente werden darauf aufgebaut. Der aktuelle Datenstand kann nur unter Rücksicht auf die Inkremente wiederhergestellt werden.

Reverse deltas – hierbei wird die Vollsicherung bei jeder Sicherung geändert. Haben sich Dateien im Vergleich zur Vollsicherung verändert, werden die aktuellen Daten der Vollsicherung hinzugefügt. Die vorherige Version wird dann im Inkrement gespeichert. Somit kann jederzeit auf die Vollsicherung zugegriffen werden da diese immer die aktuellen Datenbestände enthält. Wenn ältere Daten wiederhergestellt werden sollen müssen hier die Inkremente berücksichtigt werden.

Der geringe Speicherbedarf von inkrementellen Sicherungen ist ein Vorteil. Daher eignet sich dieses Verfahren zur Datensicherung im Netzwerk oder in der Cloud. Nachteilig ist das alle Inkremente miteinander verkettet sind. Dadurch ist es nur unter erheblichen Aufwand möglich ein Inkrement zwischen zwei anderen zu entfernen.

Problematik bei verschlüsselten Daten

Backups verschlüsselter Daten sind folgender Hinsicht als problematisch zu werten. Wenn der Inhalt einer Datei nur im geringen Rahmen verändert wird, haben Angreifer durch das Vorhandensein unterschiedlicher Backups verschiedene Versionen der verschlüsselten Dateien. Unter der Vermutung dass sich der Klartext einer Datei von Inkrement zu Inkrement kaum verändert wurde und ein Großteil des Klartextes unverändert blieb kann im Zuge der Kryptoanalyse nützlich sein.

Um diese Gefahr zu minimieren greift man auf Verschlüsselungstools zurück die das aktuelle Datum nicht abspeichern und die Größe der verschlüsselten Dateien nicht ändern (Containerdateien die eine fixe Größe haben, oder Padding, um Dateien auf eine gewollte Fixgröße aufzufüllen). Die Erkennung einer so veränderten Datei verläuft erfolglos. Das führt aber zu dem Problem das von den verschlüsselten Dateien unter Umständen keine Backups gezogen werden. Dies kann man umgehen indem man ein Backupprogramm nutzt das mit Prüfsummen arbeitet.

Backupstrategien

First in, first out (FIFO) – die simpelste Backupstrategie. Sobald die Anzahl der Speichermedien, oder deren Speicherplatz zur Neige gehen, wird die älteste Vollsicherung und wenn vorhanden auch die dazugehörigen differenziellen und inkrementellen Backups, die auf dieser Vollsicherung aufsetzen, gelöscht.

Großvater-Vater-Sohn – Das sogenannte Generationenprinzip ist eine der am meisten genutzten Backupstrategien.

Wobei hier Sicherungen in bestimmten Abständen auf unterschiedlichen Datenträgern geschrieben werden (täglich, wöchentlich und monatlich). Erstellt man Vollsicherungen und nutzt für jede Sicherung ein anderes Speichermedium benötigt man 4 Medien für die Wochentage (Montag bis Donnerstag). Weitere 4 Medien für die wöchentlichen Sicherungen die freitags stattfinden und eine beliebige Anzahl an Speichermedien für die monatlichen Sicherungen.

Türme von Hanoi – Um ein vergleichsweise effizientes Verhältnis zwischen der Anzahl der benötigten Hardware (Speichermedien) und der Menge an vorgehaltenen Sicherungen zu erreichen wird diese Strategie angewandt.

Als Formel gilt hier:

Man benötigt die Menge „n“ Datenträger um die Dauer „2^n“ an Tagen zur Verfügung zu haben. Das bedeutet dass bei 3 vorhanden Datenträgern 9 Tage Backups vorgehalten werden können. Bei 4 Medien also 16 Tage usw.

Sicherung von Echtzeitanwendungen

Echtzeitanwendungen wie Datenbanken müssen in einem konsistenten Zustand (dies bedeutet dass die in der Datenbank gespeicherten Daten korrekt sind). Hierzu gibt es zwei verschiedene Verfahren. Zum einen das sogenannte „Cold Backup“ und zum anderen das sogenannte „Hot Backup“

Beim „Cold Backup“ (engl. Kalte Sicherung) ist das zu sichernde System nicht aktiv. Das heißt die Datenbank wird dazu heruntergefahren. Dadurch wird gewährleistet dass die Daten in jedem Fall konsistent sind. Als Nachteil wäre zu nennen dass das System für den Zeitraum der Sicherung nicht zur Verfügung steht. Für hochverfügbare Anwendungen ist es also nicht geeignet. Für Systeme die nicht permanent (bspw. nur tagsüber) eignet sich ein Cold Backup allerdings. Diese Art der Sicherung wird auch als Offline Backup bezeichnet.

 

Beim „Hot Backup“ (engl. Heiße Sicherung) wird die Sicherung im laufenden Betrieb erstellt. Dadurch sind erstellte Sicherungen möglichst aktuell. Idealerweise ist die Sicherung auf dem gleichen Stand wie das Live System. Ein Vorteil ist das Vorhandensein eines aktuellen Datenbestandes der als Ersatz (im Falle eines Systemausfalls) dienen kann. In den meisten Fällen muss das entsprechende System diese Sicherungsart unterstützen da es sonst beim Erstellen der Sicherung durch die aktive Sitzung zu Inkonsistenzen kommen kann. Man nennt diese Art der Sicherung auch Online Backup.

Datensicherungsstrategien

Datensicherungsstrategien können überall dort auftreten wo es um einzigartige Daten die als solche über einen gewissen Wert verfügen (Sowohl im Privatbereich, als auch im Unternehmens- oder Projektbereich). Im Unternehmensbereich sind verbindliche Vorgaben in Form von Richtlinien üblich.

Diese Strategien enthalten üblicherweise unter Anderem:

  • Wie die Datensicherung zu erfolgen hat
  • Wer der Verantwortliche für die Sicherungen ist
  • Wann Sicherungen durchgeführt werden
  • Welche Daten gesichert werden sollen
  • Welche Speichermedien zu verwenden sind
  • An welchem Ort die Backups sicher aufbewahrt werden
  • Wie die Sicherungen vor Datendiebstahl zu sichern sind (z.B.: durch Verschlüsselung)
  • Wie lange Sicherungen aufbewahrt werden müssen
  • Wann vorhandene Sicherungen auf Wiederherstellbarkeit zu prüfen sind

Des Weiteren sollte festgelegt werden wann Vollständige Sicherungen (bspw. an Wochenenden) und wann inkrementelle oder differenzielle Sicherungen (bspw. an Werktagen nachts).

Weitere Punkte die in Datensicherungsstrategien bedacht werden sollten sind:

  • Im Falle einer Datenwiederherstellung sollte die Herangehensweise und das Vorgehen mehreren Personen bekannt sein. Das Anlegen einer Checkliste ist hier sinnvoll.
  • Daten sollten vor der Sicherung nicht komprimiert werden
  • Die Redundanz der wiederherzustellenden Daten ist vorteilhaft
  • Es muss mindestens ein Laufwerk/System vorhanden sein um die verwendeten Medien lesen zu können
  • Der wirtschaftliche Nutzen von Datensicherungen muss bedacht werden (der Kostenfaktor der auftritt um die Daten ohne Sicherung wiederherzustellen) Dieser sollte in einem sinnvollen Verhältnis zum Aufwand der Erstellung der Sicherungen stehen
  • Die Wiederherstellung von Datensicherungen innerhalb eines angemessenen Zeitraumes ist der sichere Nachweis für eine erfolgreiche Datensicherung. Regelmäßige Rücksicherungstests können dies gewährleisten.

 

Um im Einzelfall die adäquateste Datensicherungsstrategie zu ermitteln sind eine Vielzahl von Faktoren zu bedenken. Diese sind zum Beispiel:

Die Art der Daten

Maschinell wiederherstellbare Daten:

Dazu gehört bspw. installierte Software, nach einem Datenverlust müssen diese nur wieder eingespielt (zum Beispiel installiert) werden. Für diese Art der Daten ist zumeist eine einfache Backupsoftware ausreichend.

Manuell wiederherstellbare Daten:

Beispiele sind hier Texte, Pläne oder Bilder die auf Papier existent sind. Diese können durch simples Abtippen oder einscannen (z.B. bei Texten durch Texterkennung) wieder digital verfügbar gemacht werden. Hierzu zählen aber auch die komplexe Konfiguration und Administration von installierter Software. Es kann unter Umständen nötig sein, solche Daten nach der Wiederherstellung weiter aufzubereiten um sie wieder wie gewohnt verwenden zu können.

Unersetzliche Daten:

Hierzu zählen Daten (Videos, Dokumente, Fotos …) die nicht mehr im Original vorliegen. Hier muss die Datensicherung den maximalen Anforderungen entsprechen.

Der Wert der Daten

Hier sind 3 Gesichtspunkte zu beachten:

  1. Welcher Verlust entsteht beim unwiederbringlichen Verlust der Daten (Arbeitsaufwand bei der Neuerstellung, bei unersetzlichen Daten sind auch ideelle Werte zu berücksichtigen)
  2. Welcher Verlust entsteht während der Zeit der Zeit der vollständigen Wiederherstellung (da währenddessen nicht gearbeitet werden kann)
  3. Welche Kosten entstehen aus der Informationspflicht (z.B. Bundesdatenschutzgesetz – Informationspflicht beim Verlust bestimmter Personenbezogener Daten)

Änderungshäufigkeit der Daten

In welchem Intervall sich Daten ändern hat Einfluss darauf wie Generationenprinzip verwendet wird. Daten die sich selten ändern müssen nicht regelmäßig gesichert werden. Hier ist es ausreichend diese vor oder nach Änderungen zu sichern.

Je häufiger sich Daten ändern, umso kürzer wird der Sicherungsintervall gewählt. Auch die Verfallsdauer von Daten ist zu beachten. Während Im Geschäftsbereich für bestimmte Daten gesetzlich geregelte Aufbewahrungszeiten existieren, können Inhalte von Websites bereits nach kurzer Zeit entfernt werden, sofern diese nicht mehr benötigt werden.

Gesetzliche Anforderungen

Die gewählte Datensicherungsstrategie muss die bestehenden gesetzlichen Auflagen erfüllen (z.B. Revisionssicherheit). Beachtung finden hier speziell die Absätze 5.1 und 5.2 der „Grundsätze ordnungsgemäßer DV-gestützter Buchführungssysteme“.

Speicherort

Es ist zweckmäßig Daten anhand der verschiedenen Anforderungen bereits im Vorfeld auf unterschiedliche Speichermedien (Festplatten, Partitionen, Bänder etc.) zu trennen. Es kann dann für jeden Speicherort/ jedes Speichermedium die passende Strategie gewählt werden. Falls benötigt kann auch auf unfallgeschützte Datenspeicher zurückgegriffen werden. Im Falle einer Online-Speicherung werden die Daten meistens in Rechenzentren verwahrt.

Zeitaufwand der Sicherung

Der benötigte Zeitaufwand für die Sicherungen spielt besonders im Unternehmensbereich eine wichtige Rolle. Dieser besteht aus der benötigten Zeit für die wiederkehrenden Sicherungen und der nötigen Zeit für die Wiederherstellung der Daten. Das Verhältnis dieser beiden Zeitfaktoren wird durch die Auswahl des Sicherungsverfahrens definiert. Eine möglichst niedrige Sicherungsdauer wird speziell dann angestrebt wenn große Datenmengen während der Sicherung gesperrt werden müssen. Allerdings gibt es für solche Fälle Software die Daten im laufenden Betrieb sichert.

Anforderungen

Je nachdem welche Speichermedien und welche Sicherungsart gewählt werden fallen die Anforderungen an die Sicherungsstrategie unterschiedlich aus. Die häufigsten Anforderungen sind:

Regelmäßigkeit

Sicherungen sollen in regelmäßigen, periodischen Intervallen erfolgen. Je nach Anwendungsfall variiert der nötige Sicherungsintervall (z.B. privat – monatlich, im Unternehmen täglich).

Aktualität

Je öfter sich Daten ändern umso häufiger müssen diese natürlich gesichert werden.

Verwahrung

Sicherungen sollten vor Fremdzugriff geschützt gelagert werden. Gerade im Unternehmensbereich ist dies wichtig (Firmengeheimnisse, Personenbezogene Daten etc.).

Anfertigung von zwei Datensicherungen

Durch die Erstellung von 2 Sicherungen des gleichen Datenbestandes (räumlich getrennt verwahrt) wird die Zuverlässigkeit der Datenwiederherstellung erhöht. Dadurch werden die Auswirkungen von plötzlich und unerwartet auftretenden Ereignissen (z.B. Feuer etc.) minimiert. Die Distanz sollte ausreichend groß bemessen sein.

Ständige Prüfung auf Vollständigkeit und Integrität

Sowohl Sicherung als auch die gewählte Strategie müssen ständig geprüft und angepasst werden (wurde alles gesichert? War die Sicherung fehlerfrei? Ist die gewählte Strategie in sich konsistent?).

Regelmäßige Prüfung der Wiederherstellbarkeit

Das Zurücksichern der Daten muss innerhalb eines fest definierten Zeitraumes durchgeführt werden können. Dazu muss sowohl das Vorgehen der Rücksicherung entsprechend dokumentiert sein, als auch die entsprechenden Ressourcen (Personal, Speichermedien, Speicherplatz etc.) vakant sein.

Datensicherungen sollten immer automatisiert werden um menschliche Fehlerquellen durch manuelle Durchführung zu vermeiden.

Durch die Verwendung von etablierten Standards werden Datensicherungen vereinfacht.

Datenkompression

Durch die Kompression von Daten kann Speicherplatz eingespart werden. Dies hängt jedoch von der Komprimierbarkeit der einzelnen Daten ab. Allerdings können nicht komprimierte Daten unter Umständen leichter wiederhergestellt werden.

Zeitfenster

Da Sicherungen unter Umständen sehr Zeitaufwendig sein. Daher kann es in Produktivumgebungen problematisch werden (Zugriffszeiten, Beeinträchtigung von Datentransfers etc.) Daher sollte der Zeitpunkt von Sicherungen so gelegt werden das diese Systeme nicht von Störungen betroffen sind.

Löschung alter Sicherungen

Alte nicht mehr benötigte Sicherungen sollten entsprechend gelöscht werden um somit die Vertraulichkeit der gespeicherten Daten zu wahren. Des Weiteren kann So Speicherplatz gespart und eine mögliche Fehlerquelle vermieden werden.

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